Im Jahr 1908 trafen sich interessierte Klootschießer in Utgast, um einen Verein zu gründen. Bei der Gründungsversammlung waren u. a. dabei:

Aus Fulkum: Eilt Janssen, Harm Poppen, Eduard Aswegen, Tido Gerdes, Harm Rüstmann, Gerd Rüstmann

Aus Holtgast: Peter Hinrichs, Dirk Luitjens, Hinrich Krey, Gerke Wilters, Diedrich Jakobs, Frerich Eilts, Johann Frerichs

Aus Utgast: Apke Apken, Hinrich Janssen, Ricklef Schröder, Reemt Schröder, Heere Fischer, Egbert Egberts, Poppe Osterkamp, Gerd Eilts, Harm Eilts, Johannes Wilken, Herken Oelrichs

In der Gründungsversammlung, die in Utgast stattfand, kam man überein, dem Verein den Vereinsnamen "He kummt" zu verleihen. Die Mitglieder kamen aus Fulkum, Holtgast und Utgast. Aus diesem Grunde wechselte man auch die Vereinslokale.

In den Jahren nach der Gründung kamen zahlreiche weitere Friesensportler hinzu und so geschah es, dass die Vereinsmitglieder aus Utgast und Fulkum einen eigenen Verein gründeten. 1920 gründete man in Utgast den Verein "Fresena" und in Fulkum den Verein "Germania". Für die Gründungsmitglieder aus Holtgast blieb der Vereinsname "He kummt".

Nachbarduelle im Klootschießen waren zu diesem Zeitpunkt ein sportlicher Höhepunkt bei den Vereinen. Nicht zuletzt wegen der schlechten Straßenverhältnisse stand der Boßelsport noch im Hintergrund. Freundschaftlichkeit und Zusammengehörigkeit bescheinigte man sich innerhalb eines Vereins und auch innerhalb der Klootschießer überhaupt.

Leider ist die Geschichte des KBV "He kummt" nicht lückenlos zu belegen. Zahlreiche Unterlagen sind nicht mehr auffindbar. Nachdem der Friesensport infolge des 2. Weltkrieges auch in Holtgast völlig zum Erliegen kam, begann man nach Kriegsende mit neuen Aktivitäten. Es fanden verstärkt Freundschaftskämpfe statt. Besonders gegen Nachbarvereine wie Utgast, Ochtersum u. a. wurden diese Wettkämpfe ausgetragen. Die Boßelstrecke war damals die Klinkerstraße Holtgast-Esens bzw. Holtgast-Fulkum. Man traf sich im Wechsel bei den Gastwirtschaften "Haltestelle" und "Ziegelhof".

Einen besonderen sportlichen Erfolg hatten die Holtgaster Boßler im Jahr 1951. Anlässlich eines Verbandswerfens am 9. September errangen die "He kummt"-Boßler auf Langeoog einen Sieg im Gruppenboßeln. Als Erinnerung wurde eine handgemalte Ehrenurkunde überreicht. Für Holtgast warfen Hermann Arians, Heino Habben, Johann Wilts, Schwittert Janssen, Gerd Steffens und Erich Goldenstein.

Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt nur einen Vereinswimpel und man beschloss, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Anlässlich eines Sommerfestes wurde beim "Ziegelhof" die Fahnenweihe vorgenommen.

Große sportliche Erfolge hatte "He kummt" in der 60er Jahren. Die Kreismeisterschaften wurden damals im k.o.-System ausgetragen. 1962 wurde der Kreismeistertitel errungen, der 1963 erfolgreich verteidigt werden konnte. Die Meisterschaften wurden mit 6 Werfern ausgetragen. So schaffte man 1963 in Willmsfeld mit einem recht knappen Ergebnis die Landesmeisterschaft.

1963 wurde der 1. Friesische Boßelmeister ermittelt. Für die Ostfriesen durften unsere Boßler an den Start gehen; für Oldenburg trat der Verein "Fix wat mit" Osterforde an. Nach spannnendem Wettkampfverlauf gelang es den Boßlern von Holtgast den Titel des 1. Friesischen Boßelmeisters zu erringen. Für "He kummt" warfen:

Gummigruppe: Johann Meyer, Harm Siebelts, Helmut Janssen, Focke Gerdes, Hans Schönbohm

Pockholzgruppe: Wilhelm Janssen, Ernst Wienkotte, Hillrich Fischer, Heino Habben, Otto Menssen

1964 galt es den Landesmeistertitel zu verteidigen. In Wiesede führte nach der Wendemarke der Verein "Liek ut Hand" Langefeld in der Gesamtwertung. Erst in der letzten Runde zeigte sich die beachtliche Wurfstärke der Holtgaster. Als erfolgreicher Titelverteidiger ging man nach Hause.

Als neuer Landesmeister durfte man erneut die Farben Ostfrieslands bei den 2. Friesischen Boßelmeisterschaften verteidigen. Gegner war diesmal der oldenburgische Verein "He löpt noch" Halsbek. Für "He kummt" waren folgende Boßler dabei:

Gummigruppe: Johann Meyer, Helmut Janssen, Heinrich Freese, Focke Gerdes, Siebelt Eilts

Pockholzgruppe: Wilhelm Janssen, Hillrich Fischer, Ernst Wienkotte, Heino Habben, Johann Frerichs

Auf der Straße Ihlow-Ludwigsdorf lieferten sich die Boßler aus Holtgast und Halsbek einen spannenden Wettkampf. Während in der Pockholzgruppe die Holtgaster siegen konnten, waren die Halsbeker in der Gummigruppe wesentlich stärker. Das Gesamtergebnis hieß am Ende: 275 m für "He löpt noch" Halsbek.

In Willmsfeld errang man 1969 im Straßenboßeln erneut die Kreismeisterschaft. Der Landesmeistertitel ging in diesem Jahr ebenfalls an die Werfer von "He kummt". Bei der friesischen Meisterschaft konte man letztlich auch den oldenburgischen Landesmeister Westerscheps bezwingen. Erneut konnte der Titel des Friesischen Boßelmeisters errungen werden.

In den 60er Jahren war der Verein "He kummt" im Boßelsport sicherlich eine Macht. Diese Erfolge konnten im Männerbereich bis heute nicht mehr erreicht werden. Aber auch in den darauffolgenden Jahren konnten viele Titel sowohl im Herren-, Damen- und Jugendbereich errungen werden. Die Aufzählung dieser Titel würde wohl den Rahmen sprengen. Heute wirft der Verein in allen Klassen auf Kreisverbandsebene, mit Ausnahme der Frauen II-Mannschaft, die in der Landesliga boßelt.

(auszugsweise aus der Festschrift des KBV Holtgast zum 75-jährigen Bestehen, Autor Helmuth Ihnen)