Wenn Discobeats beim Boßeln ertönen

GESELLIGKEIT – Teilnehmerrekord beim 16. Holtgaster Dörpboßeln – Test für die neue Straßendecke

Diese Taktik war erfolgreich: Mit gleich mehreren Bahnanweisern belegte der „Strammtisch  HT“ in seiner Konkurrenz den zweiten Platz.   BILDer: Wilko Janßen
Diese Taktik war erfolgreich: Mit gleich mehreren Bahnanweisern belegte der „Strammtisch HT“ in seiner Konkurrenz den zweiten Platz. BILDer: Wilko Janßen
Einen zufriedenstellenden sechsten Platz erreichte die Abordnung des KBV Ostbense  um Alfred Thiel (beim Wurf).
Einen zufriedenstellenden sechsten Platz erreichte die Abordnung des KBV Ostbense um Alfred Thiel (beim Wurf).

 

Bericht aus dem Anzeiger für Harlingerland vom 14.10.2019
Bericht und Bilder Wilko Janßen

Für die 61 Mannschaften ging es sowohl um den Spaß als auch um das sportliche Kräftemessen.

HOLTGAST. (wja) „Wenn jetzt noch mehr Mannschaften teilnehmen, kommen die letzten Gruppen hier nur noch im Dunkeln an“, schmunzelte der Holtgaster Boßelvereinsvorsitzende Thorsten Stielfsen vorgestern um die Mittagszeit in der Coldewinder Bushaltestelle. Mit dieser Bemerkung spielte Stielfsen auf den neuen Teilnehmerrekord bei der 16. Auflage des Holtgaster Dörpboßelns an, den der die Veranstaltung organisierende Klootschießer- und Boßelverein (KBV) „He kummt“ Holtgast mit 61 Teams verkünden konnte.

Wie gewohnt mussten die aus fünf Werfern, einigen Ersatzspielern und Mitläufern bestehenden Mannschaften die doch hin und zurück einige Kilometer lange Boßelstrecke von der Coldewinder Bushaltestelle zur Ortschaft Utgast mit möglichst wenigen Boßelwürfen meistern. Nach und nach schickten Stielfsen und seine Vorstandskollegen die Gruppen ab der Bushaltestelle auf die Reise – jeweils zwei Mannschaften traten gegeneinander an und kontrollierten sich gegenseitig bei der benötigten Wurfzahl. So ergab sich, bei etwa 400 Werfern auf der Strecke, dass tatsächlich erst kurz vor dem Sonnenuntergang die letzten Gruppen an den Ausgangspunkt zurückkehrten.

Entstanden ist das Dörpboßeln aus einer Idee des „He kummt“- Festausschusses um Ina Janssen. „Inspiriert worden sind wir vom Dunumer Boßelverein, der schon lange einen dorfinternen Boßelwettbewerb ausrichtet. Auch wir in Holtgast fingen dann an, an dem spielfreien Wochenende in den Herbstferien einzelne Straßenzüge und Ortsteile gegeneinander antreten zu lassen“, so Janssen. Mit der Zeit lud man dann auch befreundete Boßelvereine aus dem Umkreis hinzu – um dann die Veranstaltung für Jedermann zu öffnen. Entstanden ist so das größte Dörpboßeln im Harlingerland mit den inzwischen schon besagten 61 Teams auf der Straße.

In Gesprächen mit den einzelnen Teilnehmern kristallisierte sich heraus, dass sowohl der Spaß als auch das sportliche Kräftemessen den gleichen Stellenwert haben. So bezeichnete Eike Janßen vom „KBV Holzarm Pansath“ das Dörpboßeln als „eine überdimensionale Bollerwagentour mit ganz viel Gaudi“, für Anneke Collmann vom „Strammtisch HT“ war das Döpboßeln „einfach nur geil“. Passend zu diesen Einschätzungen waren die etwas größeren Bollerwagen mit einem Ghettoblaster ausgestattet, aus dem laute Discobeats erklangen.

Eher den Wettbewerbsgedanken verfolgte dagegen Heiko Claassen, der mit einer Abordnung des KBV Uttel an den Start ging. „Wir möchten schon ganz gerne gewinnen“, gab er zu. Und Alfred Thiel, der mit einer Delegation des KBV Ostbense vertreten war, sah gerade in diesem Jahr in dem Dörpboßeln einen wichtigen Test für zukünftige Punktspiele. Schließlich hätten Coldewind und die sich anschließende Utgaster Straße in diesem Sommer eine neue Straßendecke erhalten, jetzt laufe die Boßelkugel hier ganz anders.

Mit der Siegerehrung und einer anschließenden Feier ging dann das Dörpboßeln im Holtgaster Gemeindezentrum „Haltestelle“ zu Ende. Aus den Händen von Stielfsen und seinem Stellvertreter Gerhard Frerichs gab es für die Siegermannschaften Wanderpreise in Form von einer Wandplakette aus Eichenholz. Bei den Holtgaster Gruppen setzten sich in der Kategorie „gemischt“ die „Waltons“ durch, bei den Männern gewann der „KBV Holzarm Panasath“ und bei den Frauen „Hermann’s Wichter“. Bei den auswärtigen Teams siegten der KBV Utgast (gemischt), die Gruppe „Stell wech 08“ (Männer) sowie das Team „Steesdörper Wichter“ (Frauen).

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